Gent, nur 45 Km von Brügge, besitzt viele historische Bauwerke und eine reiche Geschichte.Die Skyline von Gent wird von drei Türmen bestimmt. Der eindrucksvollste dieser Türme ist der der Sankt-Baafskathedrale. Diese Domkirche, die im romanischen, gotischen und Barockstil gestaltet ist, ist einen Besuch aus vielen Gründen wert. In dieser Kirche wurde Kaiser Karl im Jahr 1500 getauft. Hier hängt auch die "Anbetung des Lamm Gottes", jenes weltberühmten Gemäldes der Brüder Van Eyck. Der zweite Genter Turm gehört auch zu einem Gotteshaus, der nicht weniger eindrucksvollen Sankt-Nikolauskirche. Der dritte Turm ist der des Belfrieds, der mit der Tuchhalle eine Einheit bildet. Die Silhouette des 95 Meter hohen Belfriedturms symbolisiert auf stolze Weise die Macht der mittelalterlichen Gilden. In 65 Metern Höhe bietet der oberste Umgang eine einzigartige Aussicht auf die Stadt.
Gegenüber dem Belfried befindet sich das Rathaus. Dieses Gebäude bildet mit seinem spätgotischen Flügel und dem Renaissanceflügel eine außergewöhnliche Synthese der Architekturgeschichte Gents. In den beeindruckenden Sälen wurde 1576 das Genter Friedensabkommen unterzeichnet; der Religionsfriede zwischen Katholiken und Protestanten wurde Realität.
Wer nach Gent kommt, der wird der Versuchung nicht widerstehen, auf der Grasallee ("Graslei") oder Kornallee ("Korenlei") zu spazieren. Sie zählen zu den schönsten Straßen Flanderns. Hier spiegeln sich unschätzbare Häuser aus dem 12. bis 17. Jahrhundert im Wasser der Leie wider. Wer die Aussicht noch besser erleben will, kann von einem Boot aus auf das Wasser blicken. In der Nähe fahren nämlich Boote zur Erkundung in die Stadt. Etwas weiter im Schatten des Justizpalastes können Sie sich auch für eine romantische Bootsfahrt auf der Leie bis nach Deurle oder Sankt-Martens-Latem einschiffen. Wer hier anlegt, lernt die Pracht der Leielandschaft kennen, die so viele Malergenerationen inspiriert hat.

Am Ende der Grasallee, am Zusammenfluß von Leie und Lieve, ragt der imposante Gravensteen hervor. Die mittelalterliche Wasserburg stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde von den flämischen Grafen erbaut. Die Burg hat den Zahn der Zeit gut überstanden und beherbergt heute ein historisches Museum, in dem die mittelalterlichen Folterpraktiken und die Gerichtsbarkeit thematisiert werden. Vom Dach des Museums aus wird Ihnen ein vortrefflicher Ausblick auf die Innenstadt geboten, insbesondere über Patershol, einem Stadtbezirk, in dem das mittelalterliche Straßenmuster und die Wohnstruktur aus jener Zeit nahezu intakt erhalten geblieben ist.

In der Nähe von Patershol befindet sich das einzigartige Museum für Volkskunde mit 18 typischen flämischen Häuschen, die an das Genter Volksleben um das Jahr 1900 erinnern. Gent besitzt übrigens reichlich Museumsschätze. Im Zitadellenpark liegt das Museum für Schöne Künste, eine markante Sammlung flämischer Gemälde, ausgehend von den flämischen Primitivkünstlern bis zur Schule von Latem. Das funkelnagelneue SMAK, das Städtische Museum für zeitgenössische Kunst ("Stedelijk Museum voor Actuele Kunst"), wird durch den eigenwilligen Konservator Jan Hoet geleitet. Das Museum des Altertums mit einer glänzenden Sammlung alter Gebrauchsgegenstände, Waffen und Kleidern, ist in der ehemaligen Zisterzienserabtei Bijloke untergebracht. Die mittelalterliche Sankt-Petersabtei beherbergt heute das Zentrum für Kunst und Kultur.
Transfer ? Gent ist ca 45km entfernt von Brügge und lohnt sich sehr sicher für einen Tages-Ausflug. Sie Können über der Autobahn E40 fahren, sonst gibt es auch eine gute Zugverbindung (jede halbe Stunde)